Leuchtende Birne, um den Energiefluss zu visualisieren

Kleine Maßnahmen - große Wirkung

Den Energieverbrauch um rund 20 Prozent senken? Manchmal sind es die kleinen Dinge, die zusammen einen großen Effekt haben. Etwa, wenn es gelingt, viele Mitarbeiter für Energieeffizienz zu begeistern und mit ihren cleveren Ideen einen klaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Der höchste Anteil der benötigten Energie geht in den Verkehr, gefolgt von Industrieunternehmen, die zu den größten Energieverbrauchern in Europa gehören.

Rund 26% der Energie wird von der Industrie benötigt

Quelle: Eurostat., 2014

Um die Erderwärmung und den Ausstoß von Treibhausgasen zu stoppen, wandte sich die UN-Klimakonferenz 2015 an Industrienationen und Schwellenländer: In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts sollen diese ihre Treibhausgas-Emissionen auf null reduzieren. Erneuerbare Energien und Effizienzsteigerungen lauten die Schlüsselwörter. Doch Umweltschutz bedeutet mehr. Nachhaltigkeit muss zur täglich gelebten Praxis werden.
Wie das funktionieren kann, zeigen rund 180 Mitarbeiter von Freudenberg Performance Materials im spanischen Parets del Vallés.


Barcelona bei Nacht

Täglich rollen hier am Vorort von Barcelona viele Kilometer industrielle Vliesstoffe für die Kabel-, Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie vom Band. Die Sommer sind heiß und schwül, die Winter mild. Um die hohe Qualität des Vliesstoffs zu garantieren, muss zu jeder Jahreszeit für gleichmäßige Klimatisierung von Maschinen und Gebäuden gesorgt werden – ein enges Zusammenspiel von Produktionsmaschinen mit Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.

„Um unserem Unternehmensziel näher zu kommen, den CO2-Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren, machten unsere Ingenieure aus Spanien und Deutschland eine detaillierte Bestandsaufnahme: Wo verbrauchen wir wie viel Energie und warum? Gibt es vielleicht bislang nicht betrachtete Stellschrauben, um unseren Gas- und Stromverbrauch weiter zu senken?“

Peter Schäfer
Standortleiter Freudenberg Performance Materials SE& Co. KG in Weinheim und Mit-Initiator des Projekts

Und tatsächlich – nach gründlicher Analyse standen erste Verbesserungsmaßnahmen auf dem Programm: Parameter an Maschinen wurden neu justiert und Leitungen gedämmt. Die Produktionshalle wird inzwischen durch ein energieeffizientes Infrarot-System beheizt und elektrische Luftbefeuchter haben ihre dampfbetriebenen Vorgänger ersetzt. Veraltete Maschinen zur Dampferzeugung wurden ersetzt oder gar ganz abgeschafft. Auch Leckagen in Rohren gehören nun der Vergangenheit an. In Zukunft werden LEDs für umweltfreundliches Licht sorgen.

Produktionsprozess Vliesstoff Schneiden

„Die internationale, länderübergreifende Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert, denn wir alle haben gemeinsam am gleichen Strang gezogen.“

Willi Mitsch
Manager Process Development Staple Fiber, Freudenberg Performance Materials SE & Co. KG, Weinheim, Deutschland

Rund 20% weniger Energie von 2012 bis 2015

Das erstaunliche Ergebnis: Innerhalb von nur wenigen Jahren reduzierte sich der Energieverbrauch um knapp 20 Prozent. Dabei waren es unzählige kleine und nur wenige große Maßnahmen, die den gewünschten Erfolg brachten.

„Weil das Thema Energie wichtig für uns und unsere Umwelt ist, haben wir frühzeitig alle Mitarbeiter mit ins Boot geholt und versucht, sie für unser Konzept zu begeistern. Schon bald gab es weitere Ideen und seitdem steht unser Projekt eigentlich nicht mehr still.“

Toni Batalla
Standortleiter, Freudenberg E.S.A. TsT SC, Parets del Vallés, Spanien

Energie reduzieren

Auch nach vier Jahren befindet sich das Thema noch immer ganz oben auf der Tagesordnung. Prozesse werden regelmäßig überprüft und Mitarbeiter über neueste Trends in Sachen Klimaschutz auf dem Laufenden gehalten. Und die positiven Erfahrungen machen Schule: Produktionsstandorte weltweit nehmen derzeit mit ähnlichen Projekten ihren Energiefluss genau unter die Lupe und sorgen dafür, dass der Ausstoß von Emissionen stetig gesenkt werden kann.

„Wir alle haben inzwischen ein gutes Gespür entwickelt und gehen mit offenen Augen über das Gelände. Einige Ideen nehmen wir auch mit in unser Privatleben, denn auch hier lässt sich mit kleinen Maßnahmen viel erreichen. Damit kann jeder Mitarbeiter einen Teil zum Klimaschutz beitragen.“

Darko Šimić
Leiter der Ingenieurtechnik, Freudenberg E.S.A. TsT SC, Parets del Vallés, Spanien

 

 

 

 

 

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