Medical Foam

Ein wichtiger Halt im Alltag

Wenige Quadratzentimeter einer neuen Materialkombination können die Lebensqualität vieler Menschen verbessern. Das beweist Freudenberg Performance Materials mit einer neuen Material-Innovation.

Ein langes, gesundes Leben ist erstrebenswertImmer mehr Menschen weltweit leben tatsächlich auch länger. Aber, wie zahlreiche Studien belegen, heißt das Mehr an Lebenszeit auch für viele Menschen: länger leben mit Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht. Beide treten im Alter häufiger auf. Und beide sind Risikofaktoren für eine weitere unangenehme Konsequenz – chronische Wunden.

7,6 Prozent mehr chronische Wunden bis 2020.

(Quelle: MedMarket Diligence December 2015 Report)

Was kaum bekannt ist: Etwa 40 Millionen Menschen weltweit leiden an solch dauerhaft offenen Hautpartien, die sich im schlimmsten Fall jahrelang nicht von alleine schließen. Hinter den Zahlen verbergen sich Einzelschicksalederen Alltag ohne passende Versorgung zur Herausforderung wird. Infektionen, von Exsudat durchweichte Kleidung oder chronische Schmerzen können die Folge sein: „Die Betroffenen sind im Alltag eingeschränkt. Sie bewegen sich weniger, gehen weniger unter Leute. Das ist wiederum schlecht für die Gesundheit und den Heilungsprozess", erklärt Thomas Hofbauer, Project Manager Global Business Development bei Freudenberg Performance Materials.

Neben den Belastungen im persönlichen Leben, sind chronische Wunden auch ein Thema für Krankenkassen und Krankenhäuser. Pflegezeit ist kostbar – erst recht, wenn das Personal knapp ist. Ein Beispiel: Eine amerikanische Pflegestudie aus dem Jahr 2017 stellte fest, dass chronische Wunden in den USA Kosten von 25 Milliarden US-Dollar pro Jahr verursachen.

Chronische Wunden kosten allein das amerikanische Gesundheitssystem mehr als 25 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

(Quelle: Chronic Wound Healing: A Review of Current Management and Treatments, 2017)

Thomas Hofbauer und sein Team haben in der Entwicklungsphase einer neuen Technologie für die Wundversorgung Pflegekräfte begleitet. Diese bestätigen: „Es ist kompliziert, solche Wunden mit nur zwei Händen zu versorgen. Verbandsmaterial zu wickeln, zu reinigen, Pflaster aufzulegen und gleichzeitig einen Kompressionsverband anzulegen. Wenn etwas herunterfällt, ist es kontaminiert und nicht mehr brauchbar.“ Wie aber lassen sich eine einfache Anwendung und perfekte medizinische Eigenschaften miteinander vereinbaren? Das war die Herausforderung für die Entwickler.

Medical Foam

Freudenberg Performance Materials beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Materialien für Wundauflagen. Das Spektrum reicht von Vliesstoffen bestehend aus hydrogelierenden Fasern über hydrophile Polyurethanschäume bis hin zu Vliesstoff-/Schaumlaminaten.

Zusammen mit seinen Kunden hat Freudenberg nun die Stärken dieser Materialien kombiniert – in einem silikonbeschichtetem Polyurethanschaum (siehe Interview). Solche Schäume sind besonders absorptionsfähig und hautverträglich. Nicht nur deswegen sind sie ideal für die Wundversorgung. Der beschichtete Schaum quillt durch die Aufnahme von Wundexsudat direkt in die Wunde, stimuliert so die Bildung von neuem Hautgewebe und kann gleichzeitig antimikrobielle Substanzen direkt wirken lassen. Seine zweifach wellenförmige Beschichtung erlaubt es, dass das Material Flüssigkeit aufnimmt und gleichzeitig nicht mit der feuchten Wunde verklebt.

Der neue silikonbeschichtete Polyurethanschaum von Freudenberg macht einen schmerzfreien und atraumatischen Verbandswechsel möglich.

Diese Kombination ist wichtig für die Wundheilung. Auf der wundumgebenden Haut haftet das Silikon sanft, sodass ein schmerzfreier und atraumatischer Verbandwechsel möglich ist.

Silicone direct on foam

Was bedeutet das für das Pflegepersonal? Die Pflegekräfte profitieren von der „dritten Hand“, wie der Silikonklebstoff auch genannt wird. Mit ihm ist eine Hand frei, um die anderen Handgriffe zu erledigen. Leichter wird durch die „dritte Hand“ auch das Leben von Patienten ohne Pflegeunterstützung. Sie können die Wundauflage dank der höheren Saugkapazität länger nutzen. Um durchnässte Kleidung müssen sie sich dabei nicht sorgen, weil eine atmungsaktive Folie auf der Außenseite die Flüssigkeit zurückhält. Beides bedeutet, weniger Zeit mit der Krankheit zu verbringen und dafür mehr Zeit mit angenehmen Dingen.

„Qualität heißt vereinfachen"

Gezielte Absorptionsfähigkeit und Hautverträglichkeit in einem silikonbeschichtetem Polyurethanschaum zu kombinieren, war nur möglich, weil Freudenberg den Prozess neu gedacht hat. In einer innovativen Produktionsanlage in Wales, UK, wir das neue Material in Reinraumproduktion hergestellt. David Squirrell, Sales Director Medical Foam Business, erklärt den Prozess.

„Qualität heisst vereinfachen"

Gezielte Absorptionsfähigkeit und Hautverträglichkeit in einem silikonbeschichtetem Polyurethanschaum zu kombinieren, war nur möglich, weil Freudenberg den Prozess neu gedacht hat. In einer innovativen Produktionsanlage in Wales, UK, wir das neue Material in Reinraumproduktion hergestellt. David Squirrell, Sales Director Medical Foam Business, erklärt den Prozess.

 

Freudenberg liefert den silikonbeschichteten Schaum an Hersteller weltweit. Worauf achten die Kunden?

Der wichtigste Punkt: eine gleichbleibende Qualität. Bei medizinischen Produkten, vor allem in einem so sensiblen Umfeld wie Wunden, darf es keine Schwankungen geben. Das ginge immer auf Kosten der Therapieeffizienz.

 

Was ist besonders an dem neuen Produktionsverfahren in Wales?

Wir arbeiten nach ISO 13485 und erfüllen sehr hohe Qualitätsstandards. Die Fertigung erfolgt in einer Reinraumumgebung. Außerdem haben wir einen Weg gefunden, den Prozess enorm zu vereinfachen. Das sorgt nicht nur für mehr Qualität, sondern spart auch Energie und reduziert Abfall.

 

Würden Sie das genauer beschreiben?

Herkömmliche Schaum-Silikon-Kombinationen werden in sieben Schritten gefertigt. Bisher konnte man das Silikon nicht einfach auf den Schaum bringen, sondern musste es erst auf ein Transfermaterial übertragen, das wiederum auf den Schaum aufgebracht wurde. Dieser Workflow beinhaltet auch mehr Zuliefermaterialien, also mehr potenzielle Risiken. Die gängigen Produkte basieren außerdem auf einem Kompromiss hinsichtlich der Absorbtionsleistung des Schaums, die durch die Silikonschicht verringert werden kann.

 

Was macht Freudenberg anders?

Unser Produkt liegt sanft auf der Wunde und kann ganz schonend entfernt werden, ohne die Leistung des Schaumes einzuschränken. Wir haben dafür ein neues Verfahren entwickelt – und brauchen nur zwei Arbeitsschritte. Nachdem wir den Schaum hergestellt haben, beschichten wir ihn direkt, ohne ein Trägermaterial. So bleibt er flexibel, saugfähig und klebt nur dort, wo er kleben soll. Die Oberfläche können wir dabei individuell anpassen. Je nachdem wie hydrophil das Material für den Kunden sein soll, können wir das Verhältnis von silikonbeschichteten und silikonfreien Flächen anpassen.

 

Klingt einzigartig.

Das ist es. Sowohl der Prozess als auch das Produkt sind zum Patent angemeldet.

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